Beziehungsweise

 

[Plessner, Helmut. 1924. ‚Grenzen der Gemeinschaft‘]

Der Deutsche ist stolz darauf, in seinen besten Männern das Gewissen der Welt zu sein. Aber heißt das nicht auch, für die anderen einen Spielverderber zu spielen?

Hellsichtigkeit

[Werfel, Franz. 1946. ‚Stern der Ungeborenen‘]

Zwischen Weltkrieg zwei und Weltkrieg drei drängten sich die Deutschen an die Spitze der Humanität und Allgüte. Und sie nahmen das, was sie unter Humanität und Güte verstanden, äußerst ernst. Sie hatten doch seit Jahrhunderten danach gelechzt beliebt zu sein. Und Humanität schien ihnen jetzt der bessere Weg zu diesem Ziel. Sie fanden diesen Weg sogar weit bequemer als Heroismus und Rassenwahn.

So wurden die Deutschen die Erfinder der Ethik der selbstlosen Zudringlichkeit.