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Allein unter Slawen

Sobald ein Flaneur sich in die hinterste Ecke des gegenwärtigen Mitteldeutschlands flüchtet, muss er feststellen, dass er sprachlich und kulturell durchaus an Grenzen kommt. In diesem Fall hat ein zweisprachiges Bahnhofsschild auf dem Weg von Dresden nach Görlitz das Augenmerk erregt. Die Stadt Bautzen liegt auf halber Strecke zwischen Elbe und Neiße. Bekannt ist Bautzen nicht nur durch seinen gleichnamigen Senf, der im übrigen vorzüglichst mit herzhaften Speisen zusammengeht. Vielmehr kennt ein Geschichtskundiger den Namen der Stadt in Verbindung mit dem Stasi – nun… – Genesungswerk Bautzen. Etwas unerwartet schlängelt sich die Spree durch das Städtchen, welche sich Flugs...

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Kleine schwarze Schachteln

Wenn Sie – werter Leser – gerne mehr Gelassenheit bezüglich des gegenwärtig offenbar hysterischen Welt- oder Zeitgeistes hätten, könnten Sie mit den Romanen von Terry Pratchett versuchen, Ihre Perspektive mit etwas Humor anzureichern. In diesen facettenreichen Gesellschaftsbildern finden sich zahlreiche kleine Beobachtungen, die uns zum Nachdenken anregen. So gibt es auf der Scheibenwelt sogenannte Iconographen. Das sind kleine, schwarze Kästchen, durch die man sich, mit einem Sucher, ein Motiv anschaut; man drückt auf einen Knopf und es kommt ein Bild von genau diesem Motiv aus der Schachtel. Ein Wunder der Magie. Man sollte dieses Kästchen aber nicht unvorsichtig öffnen....

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Der Dom zu Wetzlar

Manchmal verschlägt es mich eher zufällig – glaubte ich an so etwas – an Plätze, deren Namen mir durchaus bekannt, weil in verschiedenen Zusammenhängen schon einmal begegnet sind, ohne daß ich mir ihre Bedeutung vergegenwärtigen könnte. Wetzlar ist so ein Ort. Kaum, daß ich es auf der Karte ohne Weiteres gefunden hätte, wurde mir doch schnell klar, warum ich den Namen kenne. War die Stadt doch von 1689 bis 1806 Sitz des Reichskammergerichts, an dem Goethe, wohl auf Anweisung seines Vaters, seiner juristischen Karriere von Mai bis September 1772 als Praktikant den entscheidenden Schub geben sollte. Bedeutender dürfte für...

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Aus Tradition modern: Brunsbüttel hat den Kanal voll

+Ein Flaneur sollte von Zeit zu Zeit seinen Alltagstrott durchbrechen. Erst ruft die Muße, dann küßt ihn die Muse. Eine solche Alltagsflucht aus seiner tugendhaft-preußischen Disziplin führt ihn dorthin, wo Tradition modern ist, wenn sie nicht eh als zeitlos gelten darf: Nach Brunsbüttel am Ende des Nord-Ostsee-Kanals. Damit diese Reise ans Ende der Welt (zumindest aus Sicht eines Hamburgers, dessen Horizont mit dem Ende der Elbe aufhört) in überschaubarer Zeit zu bewältigen ist, haben weitsichtige Menschen eine Bahnverbindung in Itzehoe mit einem Schnellbus vertaktet. Auf diesem Wege kann der Mensch jede Art von Transportmittel zu Wasser und zu Land,...

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Was ist das denn für eine Sauerei? … platonisch …

In unseren Zeiten halten Beziehung fast schon traditionell nicht lange. In unserem Falle geht es weniger um eine Ehe oder sonstwie amourös veranlagte Liaison, wenngleich hier von einer tiefgreifenden Freundschaft gesprochen werden darf. Doch dazu später mehr. Klingt das langweilig? Ist es auch. Fast. Entstanden ist diese langjährige Beziehung dem Vernehmen nach durch ein gebrochenes Bein. Doch von vorne. Die Rede ist hier von Mario Girotti und Carlo Pedersoli, zwei Italiener, davon der erste mit teils sächsischen Wurzeln – unübersehbar durch die weltberühmten stahlblauen Augen und den blonden Haarschopf, zumindest in jüngeren Jahren. Seit 2022 besitzt er nun auch...

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Sven Stemmer

Arnold Welsch

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