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Sonntag ist Badetag

Sonntag ist Badetag

[Lesezeit ca. 3,5 min.]

Lockdown-Trend Eisbaden

Ich nehme seit vielen Jahren ganzjährig kalte Bäder. Dass dies nun ein „neuer Trend“ sein soll, wo doch Menschen sich schon immer – ob bewusst oder notgedrungen – der Kälte wie auch der Hitze, den Elementen, dem Leben an sich, ausgesetzt haben, nun, das darf mich schmunzeln lassen. Ich halte es für einen guten Trend, bei dem Menschen wieder näher zu sich kommen und ihren Körper widerstandsfähiger machen können.

Mit modernen wissenschaftlichen Methoden kann mittlerweile gezeigt werden, dass Kälteanwendungen messbar die Zahl der Lymphozyten und Monozyten erhöhen, demnach also die spezifische Immunabwehr stärken. Dadurch kann sich unser Körper gegen diverse Viren und Bakterien besser wehren; Infektionen, wenn sie uns doch treffen – denn niemand ist unverwundbar – können einen milderen Verlauf nehmen. Aber die Kälte scheint noch mehr zu bewirken. Innere Ruhe, Gelassenheit, und hierdurch weniger Angst und Abhängigkeit, weniger Manipulierbarkeit, ein Gefühl äußerer wie innerer Stärke. Diese Fähigkeiten scheinen mir momentan gefragter denn je – was jedoch täuschen kann, nimmt man doch immer sein eigenes Leben, seine eigene Zeit, wie durch ein Brennglas wahr und wähnt sie als überragend in ihren Ausprägungen. Dennoch war kaum jemals die der breiten Masse zur Verfügung stehende Bequemlichkeit größer als heute in unseren westlichen Gesellschaften. Wir können jederzeit bei behaglichen 20°C im Winter frische Erdbeeren essen. Alles wird geliefert, alles ist verfügbar, es besteht keine Notwendigkeit, sich zu erheben, und ich weiß, dass die Verlockungen der gemütlichen Rundumversorgung für manche größer sind als für andere. Die Schäden, die hieraus unweigerlich entstehen, werden dem Außen zugeschrieben, und sollen auch durch das Außen behoben werden. Die Wissenschaft, die Medizin, die Regierung soll unsere Probleme lösen. Und ein kleiner Pieks erscheint doch auch viel weniger unangenehm, als sich immer wieder aufzuraffen, nicht wahr? Ich bin kein Impfgegner. Wohl aber sehe ich das Thema Impfung kritisch. Ich erlebe immer wieder Menschen, die sich der Bequemlichkeit und Süchten hingeben, die den Tag sitzend in der geheizten Wohnung verbringen, rauchen, sich ungesund ernähren, kurz: keine oder wenig Verantwortung für sich übernehmen. Oft beobachte ich, wie sich Menschen an den vermeintlichen Schutz von Masken, Verordnungen und Impfungen klammern; diese sollen sie retten. Vor Krankheit und Siechtum; womöglich gar, mangels einer spirituellen Praxis, die ihnen die Angst nehmen könnte, vor dem Tod. Doch nichts und niemand kann uns vor dem Tod bewahren, auch kein Eisbad. Jedoch: die Angst, dieser schlechte Ratgeber, die uns manipulierbar macht und somit den Interessen mächtiger Institutionen ausliefert, die können wir angehen, vielleicht sogar besiegen. Sich dem Leben auszusetzen und an der Freude daran stark, ruhig und gelassen zu werden, bringt uns dem Leben näher, als etwa eine Impfung den Tod fern halten könnte. Und das Glücksgefühl, das auf ein Kältebad folgt, kostet keinen Cent.

Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich meine Gedanken hier wirklich niederschreiben und veröffentlichen möchte. Ich habe für meine skeptische Sichtweise und meine Hinweise auf Eigenverantwortung viel harsche Kritik, viele aggressive Reaktionen und Unterstellungen auch von nahen Angehörigen und Freunden einstecken müssen. Lieber wollte ich in der Kommunikation über digitale Medien meine Bilder vom Eisbaden für sich sprechen lassen, indirekte Botschaften senden. Die Gräben sind tief, und ich bin niemand der diese Spannung gut aushält; und haben wir nicht im Grunde viel mehr gemeinsam, als uns zu trennen vermag? Doch wer ewig schweigt, der verlernt zu sprechen und stirbt irgendwann an geistiger Verstopfung. Nein – wer bis hierher die Geduld hatte, diesen Beitrag zu lesen, dem darf ich auch eine kritische und offene Haltung zutrauen.

Wer nun weitere Literatur und Motivation sucht, dem möchte ich Wim Hof und JosephineWorseck ans Herz legen.

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