Das stilvolle Reisen und die dystopische Realität

Auf Reisen während dieses apokalyptischen Maskenballs wollte ich die bedröppelten Mienen der Mitmenschen erträglicher machen. Ich stehe fest auf dem Punkt, dass Menschen, ihrer Mimik beraubt, ein ganzes Stück entmenschlicht werden. Und dass in dieser dystopischen Realität Widerstand nur mit Stil, Charme und einer gewissen Chuzpe gelingt.

Daher verzichte ich bewusst auf die Maske, zumal medizinische Erkenntnisse nahelegen, dass eine Ansteckung durch Alltagsmasken kaum verhindert werden kann. Vielmehr sabbert sich der Nutzer im Laufe eines Tages die Maske so voll, dass es schon eher ungesund ist, eine solche zu tragen.

Der Griff in den Kleiderschrank, zum Sakko und dem Oberhemd ist dagegen hochinfektiös: Zusammen mit den guten Lederschuhen reist es sich ganz elegant. So lässt sich eine Maskenpflicht 1. gut konterkarieren und 2. erträglicher machen. Und drittens machen Kleider eben Leute. Das kann sich in einem gewissen Mehr an Respekt und einer Hemmung, den Zwirnträger zu maßregeln, niederschlagen. Und da ist die klassisch gute Garderobe besser als jede Mundwindel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.