Streuobstwiesen zu Kriegsgewinnlern

von Sven Stemmer [Lesezeit ca. 1,5 min.]

Als im Jahre 1805, zur Zeit der dritten Koalition, Napoleon Bonaparte sich mit seinen Truppen nach Osten wandte, brachte er viele Jahre des Schreckens in die zahlreichen deutschen Länder und weiter nach Osten bis nach Russland. Der ganze Spuk dauerte nur elf Jahre und zumindest in der Verwaltung konnte hierzulande etwas von den Franzosen gelernt werden. Ein Land, das nicht von den Franzosen besetzt, gleichwohl gelegentlich geplündert wurde, war das Fürstentum Lippe, das von 1918 bis 1947 zum Freistaat wurde und nun seine Existenz als Kreis in Nordrhein Westfalen fristet. Hier nun findet man im Westfälischen Freilichtmuseum in der Hauptstadt Detmold einen ganz anderen Zeugen des französischen Feldzuges. In ihrem Gepäck brachten wohl einige Franzosen eine Birnensorte mit, die sich durch überraschende Eigenschaften auszeichnet.

Die Sorte scheint eine größere Menge Blausäure zu enthalten. Zumindest gibt es einige Exemplare, die eine starke Marzipan – oder Amarettonote entfalten. Noch auffälliger ist aber ihr Fruchtfleisch, dem sie ihren Namen verdankt.

Es ist bis zum Gehäuse rötlich, im Gehäuse sogar Blutrot. Man nennt sie deshalb Blutbirne.

Das Museum gibt nach Vorbestellung gerne Reiser ab, so dass sich jeder das seltene Obst in den eigenen Garten holen kann. Und wenn man dann schon einmal dort ist, lohnt es sich sehr, auch das Museum zu besichtigen.

 

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